
Mein Pferd hustet – wann sollte ich genauer hinschauen?
Einmal husten – das kann bei einem Pferd vorkommen. Zum Beispiel beim ersten Schritt aus der Box, beim Antraben oder wenn Staub aufgewirbelt wird.
Wenn ein Pferd aber immer wieder hustet, würde ich genauer hinschauen. Das habe ich selbst bei Buddy erlebt. Seine Geschichte hat mir gezeigt, warum man wiederkehrenden Husten nicht einfach mit „Wird schon nichts sein“ abtun sollte.
Bei Buddy fing es ganz unspektakulär an
Buddy hustete zunächst immer mal wieder.
Nicht ständig. Nicht dramatisch. Einfach so, dass man sich durchaus sagen konnte: Vielleicht ein bisschen Staub. Vielleicht das Heu. Wird schon wieder.
Aber der Husten kam wieder.
Irgendwann kam auch Nasenausfluss dazu. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht unbedingt abzusehen, wohin sich das Ganze entwickeln würde.
Heute wissen wir: Bei Buddy steckte equines Asthma dahinter.
Irgendwann wurde aus dem gelegentlichen Husten ein ernstes Problem mit der Atmung.
Genau deshalb würde ich wiederkehrenden Husten nicht einfach ignorieren.
Warum hustet mein Pferd überhaupt?
Husten kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben Reizungen durch Staub oder andere Partikel kommen beispielsweise Infektionen und entzündliche Erkrankungen der Atemwege infrage.
Auch equines Asthma kann sich durch wiederkehrenden Husten, Nasenausfluss oder eine nachlassende Leistungsfähigkeit bemerkbar machen. Die Anzeichen können gerade am Anfang unauffällig sein.
Wichtig ist aber: Husten allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Pferd Asthma hat. Welche Ursache tatsächlich dahintersteckt, muss tierärztlich abgeklärt werden.
Deshalb wäre meine erste Frage nicht:
„Was kann ich meinem Pferd gegen den Husten füttern?“
Sondern:
„Warum hustet mein Pferd überhaupt?“
Wann hustet dein Pferd?
Beobachte einmal genauer, wann und wie häufig der Husten auftritt. Das kann auch für den Tierarzt hilfreich sein.
- Hustet dein Pferd nur beim Antraben oder auch im Stand?
- Hustet es beim Fressen von Heu?
- Tritt der Husten vor allem im Stall oder auch draußen auf?
- Hustet es gelegentlich oder regelmäßig?
- Ist der Husten trocken oder kommt Schleim dazu?
- Gibt es Nasenausfluss oder Veränderungen bei der Atmung?
- Wirkt dein Pferd weniger leistungsfähig als sonst?
Auch Veränderungen der Umgebung können wichtige Hinweise liefern. Beispielsweise kann es auffallen, wenn die Beschwerden im Stall stärker sind als draußen.
Bei Buddy war es rückblickend genau dieses Gesamtbild, das wichtig wurde. Nicht nur ein einzelner Huster, sondern die Veränderungen, die nach und nach dazukamen.
Nicht einfach das nächste Zusatzfutter ausprobieren
Gerade bei Husten werden schnell Kräutermischungen, Sirups oder andere Produkte empfohlen.
Ich finde, hier sollte man erst einmal einen Schritt zurückgehen.
Ein Zusatzfutter behandelt nicht automatisch die Ursache eines Hustens.
Natürlich kann die Fütterung Teil des Gesamtbildes sein. Gerade bei Raufutter, Einstreu und Stallluft lohnt sich ein genauer Blick, denn Staub und Schimmelbestandteile können bei empfindlichen Pferden die Atemwege reizen.
Aber wenn ein Pferd regelmäßig hustet, sollte zunächst geklärt werden, was dahintersteckt. Einfach verschiedene Mittel auszuprobieren, ohne die Ursache zu kennen, ist keine gute Lösung.
Was hat Buddy mir dabei gezeigt?
Bei Buddy mussten die Atemprobleme tierärztlich abgeklärt werden. Erst als klar war, dass es sich um equines Asthma handelt, konnte gezielt behandelt werden.
Seine Geschichte hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Veränderungen ernst zu nehmen – auch wenn alles zunächst ganz harmlos wirkt.
Fütterung und Haltung können unterstützen. Sie ersetzen aber keine Diagnose und keine notwendige Behandlung.
Was kannst du selbst beobachten?
Du kannst einiges dazu beitragen, dass Veränderungen früh auffallen. Achte zum Beispiel darauf:
- Wann und wie häufig dein Pferd hustet.
- Ob Nasenausfluss dazukommt.
- Ob die Atmung schneller oder angestrengter wirkt.
- Ob sich die Beschwerden je nach Umgebung verändern.
- Wie Heu und Einstreu gelagert werden und wie staubig die Stallluft ist.
Notiere dir deine Beobachtungen möglichst konkret. Wenn du den Tierarzt kontaktierst, helfen solche Angaben dabei, die Situation besser einzuschätzen.
Wann sollte der Tierarzt draufschauen?
Wenn dein Pferd wiederholt hustet, der Husten anhält oder stärker wird, Nasenausfluss dazukommt oder du eine Veränderung der Atmung bemerkst, solltest du es tierärztlich untersuchen lassen.
Bei deutlicher Atemnot ist sofort tierärztliche Hilfe erforderlich. Warte in diesem Fall nicht erst ab, ob sich die Beschwerden von selbst bessern.
Und wo kommt die Fütterung ins Spiel?
Wenn die Ursache abgeklärt ist, lohnt es sich, auch Haltung und Fütterung genauer anzuschauen.
Wie wird das Heu angeboten? Wie ist seine Qualität und Lagerung? Wie staubarm sind Raufutter und Einstreu? Wie ist die Stallluft?
Bei Pferden mit equinem Asthma kann es wichtig sein, die Belastung durch Staub und andere auslösende Partikel möglichst zu reduzieren. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt jedoch vom einzelnen Pferd und seinen Beschwerden ab.
Deshalb sollte das Management gemeinsam mit dem Tierarzt abgestimmt werden – und nicht auf Verdacht die gesamte Fütterung verändert werden.
Wenn du zusätzlich unsicher bist, ob die aktuelle Ration deines Pferdes zu seinem individuellen Bedarf passt, kann ein Blick auf die Nährstoffversorgung sinnvoll sein.
Hier erfährst du mehr über den Fütterungs-Check.
Quellen und weiterführende Informationen
- Merck Veterinary Manual – Asthma bei Pferden
- Royal Veterinary College – Atemwegserkrankungen beim Pferd
- Merck Veterinary Manual – Fütterung bei kranken Pferden, einschließlich equinem Asthma
Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Bei anhaltendem Husten, auffälligem Nasenausfluss oder Atemproblemen sollte dein Pferd tierärztlich untersucht werden. Bei deutlicher Atemnot ist sofortige tierärztliche Hilfe erforderlich.